Das Innere des MAKETTE Systems

Das Innere des MAKETTE Systems

Jede MAKETTE-Tasche beginnt mit einer Struktur. Nicht nur eine physische, sondern eine konzeptionelle, ein System von Referenzen, Disziplinen und Werten, die jede unserer Entscheidungen beeinflussen. Wir orientieren uns stark an der Welt der Architektur und des Designs, nicht nur an der Mode. Denn die Struktur ist wichtig. Und damit auch das, was sie beinhaltet.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Bei den meisten Handtaschendesigns beginnt man mit der Trendprognose: Welche Formen zeichnen sich ab, welche Silhouetten setzen sich auf den Laufstegen durch? Wir gehen einen anderen Weg. Wir beginnen mit einer Frage: Was soll dieses Objekt leisten, und wie soll es das tun? Die Antwort bestimmt alles, was folgt: die Proportionen, die Beschläge, die Art und Weise, wie sich die Tasche öffnet, und wie sie am Körper anliegt.

Unsere Designsprache basiert auf den Prinzipien der Moderne: Einfachheit, Proportionen und Zweckmäßigkeit. Wir orientieren uns am Bauhaus nicht nur in ästhetischer Hinsicht, sondern auch in Bezug auf dessen Ethos – die Idee, dass die Form der Funktion folgen soll und dass Schönheit aus Präzision entsteht. Die Taschen von MAKETTE setzen diese Philosophie in einer weichen, skulpturalen Form um. Klare Linien, modulare Formate und die Tiefe der Materialien bestimmen die Gestaltung jedes einzelnen Stücks.

Neben dem Bauhaus inspiriert uns vor allem das Werk von Zaha Hadid. Ihre meisterhafte Beherrschung der fließenden Geometrie, ihre Ablehnung von Symmetrie, ihre Überzeugung, dass Form sich bewegen kann. Dieses Wechselspiel zwischen Kontrolle und Ausdruck bildet den Kern von MAKETTE. Nicht nur bei unseren Taschen, sondern auch in unseren Inhalten, unserer Bildsprache und unserer Herangehensweise an das Handwerk. Während das Bauhaus uns Strenge vermittelt, gibt uns Hadid die Freiheit, die Struktur atmen zu lassen.

Wir lassen uns zudem von der japanischen Korbflechterei und ihrer unaufdringlichen Beherrschung von Raum und Spannung inspirieren. Diese traditionellen Webtechniken prägen die Art und Weise, wie sich unsere Taschen öffnen, falten und bewegen. Anstatt auf Dekoration zu setzen, legen wir Wert auf Rhythmus und Fluss – darauf, wie die Tasche am Körper anliegt, wie sie sich im Laufe des Tages verändert und wie sie durch kleine, bewusste Gesten ihren Zweck wechseln kann.

Diese Denkweise ist nicht nur rein dekorativ. Sie ist strukturell. So wie ein Korb unter Belastung seine Form behält, so wie sich die Spannung im geflochtenen Material verteilt. Diese Prinzipien lassen sich direkt auf die Konstruktion der Seitenwände von „The Patina“, des Sockels von „The Curve“ und der modularen Verbindungen von „The Strata“ übertragen. Funktion, die aus jahrhundertelanger Handwerkskunst hervorgeht.

Unsere Materialien spiegeln diese Anspielungen wider. Wir wählen Leder aufgrund seiner strukturellen Festigkeit und seiner haptischen Tiefe aus. Die Narbung, die Prägung, die Oberflächenbehandlung und die Kanten zeugen von einer architektonischen Denkweise, die auf Verzierungen verzichtet und stattdessen auf klare Linien setzt. Die Innenseiten sind mit Öko-Wildleder ausgekleidet, das nicht nur wegen seiner Haptik ausgewählt wurde, sondern auch wegen seines Kontrasts zum Äußeren: Weichheit trifft auf Stärke.

Jede MAKETTE-Tasche wird in Ubrique, Spanien, hergestellt – einer Stadt mit einer über dreihundertjährigen Tradition in der Lederverarbeitung. Unser Leder stammt aus LWG-zertifizierten Gerbereien, wodurch in jeder Produktionsphase Umweltverantwortung gewährleistet ist. Vollnarbige Häute werden aufgrund ihrer natürlichen Oberflächenstruktur ausgewählt, die sich mit der Zeit vertieft und verbessert. Die Beschläge bestehen aus massivem Messing und sind so behandelt, dass sie im Laufe der Zeit im Einklang mit dem Leder altern.

Diese Denkweise spiegelt sich auch in unseren konstruktiven Entscheidungen wider. Die Taschen „MAKETTE Curve“, „Patina“ und „Strata“ verkörpern jeweils ein anderes architektonisches Prinzip. Die „Curve“ greift die elliptische Geometrie auf – eine einzige, durchgehende Form, die je nach Lichteinfall und Blickwinkel ihren Charakter verändert. Die Patina ist kühn und dennoch anpassungsfähig. Sie faltet sich, verändert sich und passt sich an. Ihre Silhouette ist großzügig, aber niemals statisch; sie bewegt sich mit Ihnen, öffnet und schließt sich mühelos. Die integrierte Clutch lässt sich abnehmen und wird so zu einer zweiten Tasche, wodurch ein Dialog zwischen Größe und Flexibilität entsteht. Die Strata interpretiert Modularität neu durch drei abnehmbare Beutel, die in Anlehnung an ineinandergreifende Elemente gestaltet sind – eher anpassungsfähig als dekorativ, eher Konstruktion als Komposition.

Jede Tasche der Serie „Study 01“ lässt sich individuell anpassen. Die Riemen sind austauschbar. Die Taschenlücken lassen sich abnehmen. Die Clutches lassen sich abtrennen. Dies ist keine nachträglich hinzugefügte Funktion, sondern die zentrale Designlogik, auf der jede Silhouette basiert.

Wir haben diese erste Kollektion „Study 01“ genannt. Wie eine Skizze oder ein Modell steht sie für einen Anfang, für eine Reihe von Ideen, die greifbar gemacht wurden. Der Name „MAKETTE“ selbst bedeutet Prototyp: etwas, das sich in der Entwicklung befindet, stets hinterfragt wird und niemals endgültig ist. Unsere Taschen sind keine Endpunkte. Sie sind Teil eines sich weiterentwickelnden Systems, in dem jede Iteration die nächste beeinflusst.

Selbst die grafischen und textilen Anspielungen, mit denen wir uns beschäftigen – insbesondere aus den Druck- und Musterarbeiten des Bauhauses –, werden sich im Zuge des Wachstums der Marke auch in anderen Elementen widerspiegeln. Die Kollektion für Kleinlederwaren, die Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommt, wird diese Prinzipien weiter ausbauen und neue Komponenten hinzufügen, die direkt an „Study 01“ anknüpfen. MAKETTE ist eine fortlaufende Studie. Und wir bauen sie Stück für Stück auf, mit derselben Sorgfalt, die wir in jeden Stich, jede Kante und jede Form einfließen lassen.